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Unter Kemal Atatürk, der 1923 zum ersten Präsidenten der türkischen Republik gewählt wurde, trat eine neue Verfassung in Kraft, die die Trennung von Staat und Religion vorsah. Das Antlitz von Atatürk sieht man nahezu täglich – auf jedem Geldschein ist sein Gesicht abgebildet.
Die straßenverkehrliche Infrastruktur der Türkei hat sich in den letzten Jahren enorm verbessert. Zwar muss in den abgeschiedenen, bergigen Regionen des Landes mit zum Teil sehr schmalen, kurvigen und ungesicherten Straßen an steilen Abhängen rechnen, doch die Hauptverkehrsstraßen, vor allem die in touristisch interessanten Gebieten sind sehr gut ausgebaut. Sollte eine Autopanne passieren ist dies kein allzu großes Problem, denn für die am häufigsten gefahrenen Automarken der Türkei, wie z. B. Renault, Ford und Fiat gibt es in nahezu jedem Ort eine Werkstatt.
Möchte man die Türkei mit dem PKW bereisen, so benötigt man zusätzlich zum Fahrzeug- und Führerschein die grüne Versicherungskarte, auf der neben der Türkei auch alle anderen zuvor durchfahrenen Länder aufgeführt sein müssen.
Die neuen und modernen Hotelanlagen der Türkei sind oft behindertengerecht ausgestattet. Bei Ausflügen, z. B. in kleinere Dörfer oder in Moscheen, lassen viele Schotterstraßen, unterschiedlich hohe Treppenstufen und nicht vorhandene Rampen einen solchen Ausflug zum Hindernis werden. Generell gesehen kann die Türkei nicht als rollstuhlfreundliches Land bezeichnet werden.
Die Türkei ist ein Land, in dem die sozialen Disparitäten sehr groß sind. Daher sollte man auch nicht zögern, einem Bettler Almosen zu geben. Das Almosengeben zählt im Islam zu den heiligen Pflichten und ist eine der sieben Säulen des Islams.
Ein Problem stellen bettelnde Kinder dar. Anstatt zur Schule zu gehen werden sie zum betteln auf die Straße geschickt und erreichen dadurch ein größeres Monatseinkommen als ihre Väter. Da so die Bildung der Kinder unterdrückt wird, sollte man bettelnden Kindern auf keinen Fall Almosen geben.
Für Touristen eines der schönsten Souvenirs aus der Türkei ist das „Boncuk“, das Blaue Auge. In der Türkei ist es allgegenwärtig; man sieht es auf Bussen, Porzellan, Halsketten, Türschwellen etc. Dieses Blaue Auge soll seinen Träger vor Neid und Missgunst beschützen. Das Blaue Auge ist in der Türkei von so großer Bedeutung, dass es neugeborenen Babys direkt nach der Geburt umgelegt wird und unmittelbar nach dem Kauf eines Autos einen Platz in diesem bekommt.
Der Cay ist das Nationalgetränk der Türkei und begegnet einem sehr häufig. Vor allem beim Einkaufen wird einem ständig ein Glas Tee angeboten, serviert von einer Berufsgruppe, die den ganzen Tag Tee kocht um diesen dann auf großen Tabletts an die Menschen bei der Bank, beim Friseur oder Teppichhändler zu verteilen. Neben dem Cay gibt es alternativ auch den bekannten Apfeltee, den „Elmacayi“ oder den „Adacay“ aus Salbei. mehr zu Essen & Trinken
National
01. Januar | Neujahr |
23. April | Tag der nationalen Souveränität und der Kinder |
19. Mai | Atatürk-Gedenktag und Tag der Jugend und des Sports |
30. August | Tag des Sieges |
29. Oktober | Jahrestag der Gründung der Türkischen Republik |
Religiös
Der Fastenmonat Ramadan und die religiösen Feste verschieben sich jährlich um etwa elf Tage nach vorn, da diese nach dem islamischen Mondkalender festgelegt werden.
Ramadan 2008: ca. 01.09. – 29.09.2008
Ramadan 2009: ca. 21.08. – 19.09.2009
Ramadan 2010: ca. 11.08. – 08.09.2010
Außer in Supermärkten, Kaufhäusern und Lebensmittelgeschäften wird es in der Türkei schon fast erwartet zu handeln. Dies ist auf Basaren, bei Straßenhändlern und in Souvenirläden auch durchaus erwünscht. Beim Handeln sollte allerdings beachtet werden, dass man nur dann um den Preis feilschen sollte, wenn man auch kaufen möchte. Der Preis sollte mindestens ein Drittel unter dem zuerst genannten Preis des Verkäufers liegen. Die Händler machen das erste Geschäft des Tages („Siftah“) immer zu einem guten Schnäppchenpreis. Frühaufsteher haben also gute Karten, einen guten Preis zu bekommen. Ein Aberglaube besagt, dass ein solches erstes Geschäft des Tages auf ganz besondere Weise bezahlt werden muss: das Geld soll man einfach auf den Boden werfen. Nach diesem ersten Geschäft sind vergleichbare Preise allerdings nicht mehr zu erwarten, ab dann herrscht wieder die normale Tagesordnung.
Bevor ein Foto von einem Türken gemacht wird, sollte zuvor unbedingt um Erlaubnis gefragt werden.
Kaffeehäuser sind auch in den kleinsten Orten der Türkei zu finden. Das Betreten eben dieser ist allerdings nur den Männern vorbehalten, Frauen erhalten dort keinen Einlass. In den Kaffeehäusern trifft man sich um Neuigkeiten auszutauschen, um über die Politik zu diskutieren, Tee oder Mokka zu trinken und um dabei Karten oder Backgammmon („tavla“) zu spielen. Das Rauchen von Wasserpfeifen ist in den letzten Jahren wieder recht beliebt geworden und wird in den größeren Kaffeehäusern häufig praktiziert.
Vor einem Moscheebesuch sollten einige Regeln beachtet werden. Über Mittag sind Moscheen recht häufig geschlossen, aber Vor- und Spätnachmittags bis abends geöffnet. In tief gläubigen Regionen der Türkei, vor allem im Binnenland, sollte es möglichst vermieden werden, eine Moschee während der Gebetszeiten und am Freitag, dem heiligen Tag des Islam, eine Moschee zu besuchen. Bei der Kleidung muss beachtet werden, dass lange Hosen getragen werden und dass die Arme bedeckt sind. Frauen müssen ihre Haare mit einem Tuch bedecken, dass bei bedeutenden Moscheen oft am Eingang ausgegeben wird. Überprüfen sollte man vor einem Moscheebesuch seine Socken, denn die Schuhe müssen am Eingang der Moschee ausgezogen werden!
Ein Hammam ist in der Türkei in allen größeren Orten, oft in historisch reizvollen Gebäuden zu finden und auch in fast allen neuen, modernen Hotelanlagen. Ein Hammam besteht aus insgesamt drei Raumkomplexen: einem Ruheraum („camekan“), einem Abkühlraum („sogukluk“) und einem Schwitzraum („hararet“). Häufig gibt es Doppel-Hammams mit einer separaten Männer- und Frauenabteilung. Dort können sich Männer und Frauen waschen. Frauen baden meist vormittags während der Woche, während für Männer der Freitagvormittag reserviert ist. Oft in den Wänden des Schwitzraums eingelassen oder in den Ecken befinden sich Becken, in die man heißes und kaltes Wasser fließen lassen kann. Nach einer türkischen Tradition darf man sich nicht mit stehendem Wasser waschen, daher wird das Wasser mit einer Schüssel dem Becken entnommen und über den Körper gegossen. Zum Schluss lässt man sich von einem Bademeister oder einer Badefrau mit einer rauen Bürste („kese“) abseifen und abscheuern. Dazu legt man sich auf den heißen „göbek tasi“, einem erhitzten Marmorpodest in der Mitte des Schwitzraums. Eine Massage auf dem Marmorpodest muss zwar gesondert bezahlt werden, sollte man sich aber nicht entgehen lassen.
Während der gesamten Prozedur ist es wichtig, dass man sich nie völlig nackt zeigt. Dazu bekommt man zwei Handtücher. Eines davon wird sich um die Hüfte gelegt.
Verliert ein Deutscher während seinem Aufenthalt in der Türkei seine Ausweispapiere, so muss dies schnellstmöglich der türkischen Polizei gemeldet werden. Es wird dann bei der Auslandsvertretung ein Reiseausweis als Passersatz zur Rückkehr in die Bundesrepublik beantragt. Dazu werden das polizeiliche Verlustprotokoll und zwei Passbilder benötigt. Bevor die Auslandsvertretung ein Rückreisedokument ausstellen kann muss die zuständige deutsche Passbehörde dazu ihre Zustimmung erteilen. Dieser Antrag ist natürlich nicht kostenlos. Zusätzlich zu der Gebühr für die Faxanfrage nach Deutschland fällt eine Grundgebühr von € 15,- an.
In Touristischen Gebieten haben die Geschäfte und Basare meist bis spät abends geöffnet, in allen anderen Gebieten meist von 09:00 bis 19:00 Uhr. Auf den Basaren werden alle möglichen Dinge angeboten. Für Touristen sind vor allem die Hand- und kunstwerklichen Arbeiten interessant. Hier findet man auf jeden Fall das passende Mitbringsel für zuhause: Teppiche, Gold- und Silberschmuck, Keramik-, Messing- oder Lederwaren oder auch wertvolle Schnitzereien. Häufig sieht man Türken am Straßenrand Backgammon und Schachspiele spielen – auch solche Produkte sind schöne und sehr beliebte Erinnerungsstücke für zuhause. Natürlich sind auch Kleidungsstücke aller Art, z. B. Maßgeschneiderte Lederware, häufig sehr günstig in der Türkei zu bekommen.
Ungefähr 95% der türkischen Bevölkerung spricht Türkisch – die Amtssprache der Türkei – entweder als Muttersprache oder Zweitsprache. Die iranische Sprache Kurdisch sprechen die etwa zu 20 % in der Türkei lebenden Kurden. Bevor Atatürk 1928 an die politische Spitze der Türkei trat wurde in arabischer Schrift geschrieben. Seit Atatürk ist allerdings nur noch die lateinische Schriftsprache in Gebrauch.
Die Türkei stellt eine natürliche Brücke zwischen Okzident und Orient dar und ist in verschiedene Regionen mit großen, abwechslungsreichen Bedingungen gekennzeichnet:
1. Schwarzmeer (warme Sommer, milde Winter mit relativ viel Niederschlag)
2. Marmarermeer (Mittelmeerklima mit heißem Sommer und milden Winter)
3. Mittelmeer (siehe Marmarermeer)
4. Ägäis (siehe Marmarermeer)
5. Zentralanatonlien ( Steppenklima mit heißem, trockenem Sommer und kaltem Winter)
6. Ostanatolien (milder Sommer, langer, kalter, schneereicher Winter)
7. Südostanatolien (Steppenklima mit trockenen, heißen Sommern und regenreichen Wintern)
Im Zentrum, im Süden und auch im Südosten der Türkei wird es im Sommer, vor allem im Juli und August sehr heiß; die Temperaturen am Marmarermeer und am Schwarzen Meer dagegen können als sehr angenehm beschrieben werden. In der Marmarerregion beginnt es etwa ab Oktober zu schneien. Diese Region ist in den Wintermonaten eine schneesichere Wintersportregion. Die Türkei stellt somit ein Ganzjahresreiseziel dar.